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Samstag, 13. Mai 2017

Kunst, die aufregt - Politikum und Marketing

Als in diesem Frühjahr die Busse von Aleppo in Dresden vor der Frauenkirche nachempfunden wurden, war die Aufregung groß. Breit wurde über Sinn und Unsinn dieser Kunstaktion in den Medien diskutiert. Dabei ging leider ein weiteres, viel stilleres Projekt, fast unter. Auf dem Theaterplatz wurden zeitgleich Gräber inszeniert, - genau genommen Flüchtlingsgräber. Die Fotografien wurden in Lampedusa aufgenommen und zeigt still die letzte Station, der die mit Hoffnung losgezogen waren.



Detail: die Fotografien von Flüchtlingsgräbern wurden auf dem Theaterplatz in Dresden rund um  die Statue des Königs Johann ausgelegt.




Ging in den Medien rum: hochgestellte Busse vor der Frauenkirche. Viele Dresdner sahen darin eine Provokation.  Ob es Teil einer Marketingkampagne war? Geschadet hat die Aufregung dem Kunstwerk nicht. Nichts wäre schlimmer gewesen, als wenn es unbeachtet geblieben wäre.

Im Tod vereint: In Lampedusa teilen sich heimische Bürger den Friedhof  mit Flüchtlingen. Oft sind die Namen nicht bekannt. 



Inszenierung mit Grablichtern: Auf dem Theaterplatz in Dresden haben Besucher ihre Anteilnahme mit dem Stellen von Grablichtern ausgedrückt. 



Im Angesicht von Martin Luther: Auf dem Neumarkt in Dresden hätte der Gegensatz nicht krasser sein können.  Luther, der vor der Frauenkirche, dem Symbol des überwundenen Krieges, aufgestellt wurde, blickt auf die hoch aufgestellten Busse, die stellvertretend an das Kriegsleid der Syrer in Aleppo erinnern.

Mittwoch, 10. August 2016

Kunst in Dresden: Identität mit Migrationshintergrund

Die 10. OSTRALE zeigte bis Ende Juli zeitgenössische Kunst aus Wrocław in Dresden. Über 15.000 Gäste besuchten die Ausstellung. 

Hier nun die OSTRALE-Highlights im August


Die Ostrale zeigt noch bis 25. September Werke von Künstlern aus 42 Nationen in Dresden. www.ostrale.de 
  
13.08.:
Einstürzende Neubauten-Drummer N.U. Unruh lädt zum Mittrommeln ein 
Am Abend des 13. August findet im Rahmen des Sparkassen-Familienwochenendes ein besonderes Highlight statt: N.U. Unruh, Gründer und Schlagzeuger der Band "Einstürzende Neubauten", lädt zum Mitmachen in einer Trommelinstallation. Die konzertante Aktion findet statt am Samstag, 13. August ab 20.00 Uhr bis ca. 23.00 Uhr.

Kartenvorverkauf, Anmeldung und Reservierung:
Preise:
Trommelplätze: limitiert auf 100 Karten: 20 Euro, ermäßigt 15 Euro
(gültig ab 20 Uhr, berechtigt nicht zum Besuch der OSTRALE-Ausstellung)
OSTRALE-Ausstellung (Futterställe) und Besuch Konzert Beating the Drum:
21 Euro, ermäßigt 14 Euro
mit Vorlage einer SparkassenCard 16, ermäßigt 12 Euro
(gültig ab 11 Uhr, inklusive Besuch der OSTRALE-Ausstellung)
Besuch Beating the Drum: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro (ab 20 Uhr, ohne Ausstellung)
„Beating the Drum“ wird gesponsert von Vier Vogel Pils.

14.08.: „Massa Mobil – Wandel!“ - eine performative Einladung zu einem partizipativen Wandelgang auf dem Gelände und in den Räumen der OSTRALE ́O16.
Die OSTRALE bietet im Rahmen des Sparkassen-Familienwochenendes auch am Sonntag, 14. August Spannendes: “Wo finde ich meinen Platz? Und darüber hinaus: Wie komme ich dorthin? „MASSA MOBIL – Wandel!“ spannt anhand von kleinen poetischen Interventionen ein für jedermann zugängliches, subtiles Netz in den öffentlichen Raum und verbindet Kunstschaffende und Publikum auf einfühlsame Weise, lässt Spielraum für Assoziationen, Interpretationen und vor allem Begegnungen entstehen
Per „trial and error“, mit Lust am Scheitern und unverzagt manövriert es sich über das Ausstellungsgelände und macht Mut, stets einen Schritt weiter nach vorne zu denken.
Konzept & Choreographie: Wagner Moreira | Konzept & Dramaturgie: Thomas Schütt | Produktionsleitung: Helena M. Fernandino | Performance: Fernando Balsera, Elena Cencetti, Anne Dietrich, Helena Fernandino, Franziska Kusebauch, Lutz Langhammer, Wagner Moreira, Pelle Tillo, Thomas Schütt, u.a.
20.-28.08.: COSMOTIC Laborphase der Initiative neue raeume;
Die Initiative „neue raeume;“ entwickelt ein digitales Spiel, welches nicht primär der Unterhaltung dient, sondern therapeutisch und gesundheitsfördernd bei seinen Spielern wirken wird. COSMOTIC erlaubt seinen Besuchern der OSTRALE eine ästhetische Erfahrung seiner Selbst und Anderer. Als künstlerisch gestalteter Kommunikationsraum ermöglicht COSMOTIC eine Veränderung des Körperbewusstseins in einer virtuellen Umgebung. Die Spieler werden mit Vitalwertdaten-Sensoren ausgestattet. Die interpretierten Vitalwerte werden zurück in das System gespeist und der Spieler mit diesen in Form von Bild, Grafik und Sound konfrontiert. Durch die Stimmen und Vitalwerte der Spieler wird die erzählerische Welt entstehen. Der Spieler erschafft also mit seinen ihm rückgekoppelten Vitalwerten seine audiovisuelle Umgebung und kann das Spiel durch seinen Puls und Atmung steuern. COSMOTIC hat zum Ziel, dass seine Besucher gelassener und achtsamer mit sich und seiner wirklichen Umgebung werden. Workshop zum Thema Stereoskopie und Virtual Reality von Paul Schluttig im Rahmen der COSMOTIC Laborphase. http://neueraeume.xyz


WEITERE INFORMATIONEN / KONTAKT:

OSTRALE‘016
OSTRALE / Büro, Messering 20, Frigolanda Kühlhaus, Tel +49 351 653 37 63, post@ostrale.de
www.ostrale.de, OSTRALE: / Postanschrift: Messering 8, D-01067 Dresden, Förderverein: www.ostrale-freunde.de

blaurock markenkommunikation
Tobias Blaurock, Plattleite 68, 01324 Dresden, Tel. +49 351 210 98 71, Fax +49 351 2078 15 33, blaurock@team-blaurock.de, www.blaurock-markenkommunikation.de

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Weihnachtliche Emotionen ganz ohne Jesus

6000 funkelnde  Lichter sind dieses Jahr zusätzlich verbaut!




Gleich am Einlass von 1000 Funkel begrüßen Sonne und Mond die Besucher.
Können Kommerz und Kultur einvernehmlich einhergehen? Sie können. Was gerade in Dresden unter dem Namen 1000 Funkel als Erlebniswelt Weihnachten gerade stattfindet, beweist es. Doch was genau ist 1000 Funkel überhaupt? Jahrmarkt? Show-Spektakel? Gastronomie? Eine Art Weihnachts-Disneyworld? Nun, irgendwie ist es genau das Alles in Einem. Den kommerziellen Erfolg dieses Modells sollte man aus kultureller Sicht nicht verdammen. Denn: Unter der schönen Oberfläche aus funkelnden Sternen, surrenden Modelleisenbahnen und belebten Märchenfiguren steckt die kindliche Verzückung zu Weihnachten - quasi das Kernmotiv des Events. Die Zeltstadt 1000 Funkel weckt selbst im größten Festtagsmuffel weihnachtliche Emotionen.  Weihnachtskultur ist eben nicht nur die christliche Geschichte um die Geburt Jesu; zur Weihnachtskultur gehören auch Märchen, Glühwein, Bastelleien, Naschen usw. - kurzum alles was in uns das Weihnachtsgefühl auslöst.
Das gelingt den Veranstaltern mittels unzähliger aufwendiger Details. Im letzten Jahr gabs Kritik, die 2012 man beherzigt und konstruktiv umgesetzt hat: So wurden im Vergleich zum letzen Jahr mehr funkelnde Lichter in Szene gesetzt, die Auswahl der Händler sehr stark auf Weihnachten ausgerichtet und für ältere Besucher überall Sitzgelegenheiten für Pausen eingerichtet.

Das Haus des Pilzputzers.


Auf der Bühne der Bühne der 1000 Träume verzaubern Künstler und Gaukler die Zuschauer, wie in diesem akrobatischen Tanz mit Feuerelementen und Leidenschaft.


Das hohe Niveau hat seinen Preis: täglich arbeitet eine Maschinierie aus 300 Mitarbeitern an der Umsetzung der Weihnachtsverzückung von 1000 Funkel. Dessen sollten sich Kritiker des Eintrittspreises bewusst sein. 



Aus dem ganzen Gelände verteilt sind fantasievolle Märchenfiguren. Diese wurden eigens für 1000 Funkel angefertigt.






Mittwoch, 12. September 2012

White Bouncy Castle - Destabile Verhältnisse

Eurphorisches Hüpfen mit Beigeschmack in Hellerau
Ein weißes Schloss; innen eine Bahn von fast vierzig Metern - das Kunstzentrum Hellerau hat seine Besucher eingeladen, Teil der Installation "White Bouncy Castle" zu sein. Hoch umschließt die Burg ihr Hüpfgelände, das Weiß strahlt eine surreale Kälte aus, der grollende Hintergrundsound erinnert eher an Horrorszenen als an spaßige Kindermusik. Die Besucher stürzen sich freudig ins hüpfende Getümmel. Erwachsene freuen sich, zusammen mit ihren Kindern den Hüpfspaß zu erleben. Sie tanzen, sie jauchzen, springen gegen Wände und laufen hüpfend die Bahn auf und ab.

Doch - in an der Wand sitzt ein dreijähriges Kind, dem die Atmosphäre Angst macht: das kalte Weiß, die drohende Soundkulisse, die hüpfverrückten Leute - all das verleiht der Burg eher den Charme einer zu groß geratenen Gummizelle.  Vergnügen und Wahnsinn gehen Hand in Hand. 

Vielleicht war das Kind der einzig aufmerksame Kunstrezipient an diesem Ort.

  
"White Bouncy Castle" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Dana Caspersen, William Forsythe und Joel Ryan

Sonntag, 5. August 2012

Herbststurm und bröckelnde Fassade

Und wieder ist es ein schutzbedürftiges Tierchen, welches in Dresden für Furore sorgte: Diesmal war es nicht die "Hufeisennase" sondern der "Wachtelkönig". Das jährliche Feuerwerk des Schlössernacht wurde aus Naturschutzgründen abgesagt. Die Wachtekönigin pflegt in Ruhe zu brüten. 



Als Ersatz für das ausgefallene Feuerwerk wurden noch mehr Künstler und Musestätten auf dem Gelände der Schlössernacht dargeboten. Die künstlerische Leiterin Sylvia Grodd. „Nach der Absage des Feuerwerks hatten wir das Bühnenprogramm von 200 auf 250 Künstler aufgestockt, und
sie haben wirklich ein musikalisches Feuerwerk gezaubert und die Menschen begeistert.
Vielerorts gab es ganz viel Nähe zwischen den Künstlern und Besuchern – und damit Gänsehaut für uns als Veranstalter.“
Zu vorgerückter Stunde sorgten die fantastischen Projektionen am Schloss Albrechtsberg
für einen besonderen Höhepunkt. Hier beobachten die Besucher mit Staunen, wie die Videoprojektionen die Fassade scheinbar in Bewegung versetzten. Konzipiert als eine Reise durch die Jahreszeiten wuchsen Bäume in den Himmel, huschten Schmetterlinge über die Mauern, brachte ein Herbststurm die Fassade zum Bröckeln, rieselten Schneeflocken leise herunter.


Samstag, 4. August 2012

Figuren raten beim vertikalen Theater

 Fotos: Suchbild mit zwei Darstellern. Vertikales Theater aus Sicht des Zuschauers

Eine Verschiebung der Perspektive gab es in Dresden auf dem Gelände der Ostrale zu sehen: Die Italiener Luca und Andrea Pialini kletterten, tanzten und schwangen sich an der Wand des riesigen Kühlhauses entlang. das ganze nennt sich "vertikales Theater". Zwangsläufig hatten die Zuschauer den Eindruck, dass sie von oben auf das Geschehen blicken und doch sahen sie tatsächlich zu den Künstlern hinauf. Was genau die beiden da trieben, war nur schwer erkennbar, denn die Künstler wurden wortwörtlich überstrahlt. So blieben sie trotz aller Anstrengungen doch nur zwei tanzende Farbtupfer.



Geschehen am 21.07.2012